Rolf Hoffmann
Frostschäden im Bereich der Attika
In der modernen Architektur gibt es seit Jahren den Trend zu Neubauten und Gewerbegebäude ohne Dachüberstände mit Flachdach bzw. flach geneigtem Dach und umlaufender Attika (Würfelarchitektur).
Das bedeutet, dass die Attika der oberste Bereich des Hausabschlusses ist. Die Frostschäden in diesem Bereich nehmen stark zu.
Die Fassade der Attika wird zwar wärmedämm-mäßig hochgezogen, sie endet aber oft im Bereich des Abschlusses (Kopfkante Attika). Der Innenbereich der Attika wird ebenfalls nicht gedämmt.
Hier liegt ein ewiges Risiko für Frostschäden. Der Frost greift von oben über die Kopfkante sowie von der Innenkante an und es kommt zu erheblichen Schäden an der Fassade.
Es ist erforderlich, dass die Kopfkante der Attika komplett gedämmt wird sowie auch die Seite zum Flachdach hin. Es ist wichtig, dass die Seitendämmung durchgeht bis zur tragenden Decke und dann erst die Wärmedämmung des Flachdaches (Aufdachdämmung) gegen die Attikadämmung gezogen wird.
Mit dieser Maßnahme wird ein Frostschaden vermieden.
Zu beobachten ist, dass im beschriebenen Bereich erhebliche Frostschäden entstanden sind.
Fazit:
Attika Hauptfassade Kopfdämmung, Innenfassade dämmen bis zur tragenden Decke, dann Dachdämmung anschließen, um keine Wärmebrücke in diesem Bereich zu erhalten.
Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit im Bereich der Rohrdurchdringungen – Bodenplatte
Hausgrundwasserwasserleitungen werden unterhalb der Bodenplatte verlegt. Dort wo die Abflussleitungen eingeleitet werden erfolgt eine Durchdringung der Rohre durch die Bodenplatte.
Dieser Anschluss ist sehr oft unfachmännisch ausgeführt. Die Rohrstutzen werden in den Beton der Bodenplatte gelegt. Durch Schrumpfung des Betons entsteht ein Spalt, durch welchen aufsteigende Feuchtigkeit eindringen kann.
Oft wird durch die Handwerker, die die aufgehenden Rohrleitungen anschließen, nochmals zusätzlich Luft geschaffen, um die Rohre entsprechend in Richtung zu bringen.
Diese Kriterien führen dazu, dass ein großer Spalt für aufsteigende Feuchtigkeit besteht.
Die Abdichtung der Katja-Folie mit der Bodenplatte wird nur verklebt. Hier ist die Frage des Klebstoffes bzw. der Haltbarkeit der Verklebung das Problem.
Es ist festzustellen, dass oft nach Jahren eine aufsteigende Feuchtigkeit unterhalb des Estrichs über der Bodenplatte als Ursache die Undichtigkeit im Rohrleitungsanschluss hat. Die Feuchtigkeit kann teilweise in ganz anderen Lagen auf der Bodenplatte unterhalb des Estrichs entstehen, weil das Wasser aufsteigt und sich dann verteilt.
Auch Schimmelbildung an den Wänden, aus dem Estrich resultierend, ist oft in der vorgenannten Ursache begründet.
Maßnahmen
Es wird empfohlen nur Dichtmanschetten (Bauteilsysteme) als Abschluss der Rohrleitungen in der Bodenplatte zu verwenden.
Mit diesen Dichtmanschetten ist, aufgrund der Pressung zum Beton, garantiert, dass keine aufsteigende Feuchtigkeit entsteht. Des Weiteren hat die Dichtmanschette auch den Vorteil, dass gleichzeitig ein Bodenabschluss gegen Radon-Gas im Bereich der Rohrleitungen vorhanden ist.
Somit ist die Verwendung von Dichtmanschetten bautechnisch zu empfehlen und dient gleichzeitig auch als ein Gesundheitsschutz gegen Radon-Gas.
Der Feuchtigkeitsschaden entsteht oft Jahre später, weil die Feuchtigkeit langsam aufsteigt, sich erst unterhalb des Estrichs verteilt und sich erst nach Jahren mit ihrer Wirkung zeigt.
Sie hat aufgrund meiner Erfahrung ein erhebliches Potenzial für Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden im Bereich des Estrichs.
Reinigung von Pilz- und Bläuebefall auf Bauholz
Insbesondere bei Bauholz und in nicht fertiggestellten Neubauten kann sich ein Pilzbefall sehr schnell wegen extremer Feuchtigkeit, mangelnder Luftzirkulation oder auch bei Brettern mit falscher Lagerung verbreiten.
Daraus ergibt sich ein Pilzbefall oder auch eine Lagerbläue.
Die Ursachen hierfür sind vielseitig.
Zum Entfernen des Pilzbefalls mit entsprechender Reinigung gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Bei kleinen Flächen ist ein Abwaschen (Abbürsten) mit Wasserstoffperoxid erfolgreich. Bei etwas größeren Flächen ist eine Beschichtung mit Latex möglich. Diese wird aufgetragen und bleibt 1 bis 2 Tage auf der beschädigten Oberfläche. Danach wird der Latexfilm abgezogen und damit auch der Befall entfernt.
Die sicherste und effektivste Möglichkeit ist die Behandlung mit Trockeneis (Trockeneisstrahlung). Trockeneisstrahlen können Pilzsporen, Schimmel und Verunreinigungen von der Holzoberfläche entfernen, ohne chemische Rückstände zu hinterlassen. Es besteht außerdem der Vorteil, dass bei dieser Methode kein Wasser eingesetzt und somit dem Holz keine weitere Feuchtigkeit zugeführt wird.
Es sollte beachtet werden, dass durch die Bestrahlung der Holzfasern mit Trockeneinstrahlen diese nicht extrem gelöst werden.
Es wird empfohlen, die Flächen nach der Reinigung – unabhängig von der Reinigungsart – mit einem ölhaltigen Holzschutzmittel nachzubehandeln, um weitere Vorbeugung gegen Schimmelpilze und Bläue zu erhalten.
Pflicht zur Schadstofferkundung bei Umbau- und Sanierungsobjekte im Bestand
Für Planer (Architekten) und Ingenieure ist die Analyse von möglichen Schadstoffen in Bestandsgebäuden seit der Neuregelung des BGB (§ 650p BGB) Pflicht.
Es ist eindeutig geregelt, dass Architekten/Bauingenieure alle Leistungen erbringen müssen, die gemäß dem Stand der Planung erforderlich sind, um die Planungs- und Überwachungsziele entsprechend umsetzen zu können.
§ 650p BGB kann nicht durch vertragliche Vereinbarung zwischen dem Planer und Bauherrn außer Kraft gesetzt werden.
Die Schadstofferkundung schafft die Voraussetzung, um eine fachgerechte Vorplanung mit Kostenschätzung zu erstellen – deshalb ist es erforderlich die Schadstofferkundung bei Beginn der Planung zu beauftragen, damit die Kosten der Entsorgung entsprechend berücksichtigt werden können.
Der Bauherr hat hier eine Mitwirkungspflicht. So gilt § 650p auf für diesen – andernfalls verstößt der Bauherr gegen seine Mitwirkungspflicht nach § 642 BGB.
Der interessierte Leser kann die genauen Ausführungen hierzu in § 650p BGB nachlesen.
Photovoltaik auf dem Dach? Ja, aber Details beachten!
Die Photovoltaikanlagen werden auf die Dachsparren aufgeschraubt. Aufgrund der Größe der Elemente wird nur auf jedem zweiten Dachsparren eine Verschraubung vorgenommen.
Dadurch verändert sich die Statik bzw. die Belastungsgrenzen der Dachsparren.
Von einer Flächenlast werden dann Einzellasten auf die Dachsparren einwirken. Hier sollte die Statik geprüft werden!
Die Größe der meisten Dachsparren in Bestandsgebäuden betragen 7cm bis 8cm. Da die Schrauben für die Photovoltaikkonstruktion (Unterkonstruktion) mit mindestens 10mm Holzschrauben auf die Dachsparren geschraubt werden, muss eine Zusatzkonstruktion am Sparren angebracht werden. Laut den Vorschriften der DIN 1052 und den Erfahrungen des Unterzeichnenden ist vom Rand des Sparrens mindestens ein dreifacher Durchmesser der Schraube erforderlich, d. h. eine Schraube mit einem Durchmesser von 10mm funktioniert z. B. nicht bei einem Sparren von 10cm. Es müssten seitlich Beihölzer angebracht werden (zu beachten: Verdrängung der Wärmedämmung) oder es muss mit Stahlmanschetten gearbeitet werden.
Bei Vollsparrendämmung der Dachkonstruktion und teildiffusionsoffener Bauphysik erfolgt durch die Pholtovoltaikelemente eine Beschattung. Daraus können sich bauphysikalische Auswirkungen ergeben, die zu Schimmel und Feuchtigkeit in der Konstruktion führen können. Hier ist eine bauphysikalische Nachberechnung notwendig.
Die gesamte Dachfläche kann nicht genutzt werden. Bei Doppel- oder Reihenhäusern ist jeweils vom Nachbarn von der Innenkante Brandwand ein Abstand von 1,20m zu beachten. Auch ein Randabstand im Bereich der Dachtraufe von mindestens 0,60m ist zu beachten, damit das Regenwasser nicht über die Dachrinne hinausfließt.
Das gleiche gilt bei Dachflächenfenstern. Durch diese Abstände reduziert sich die Nutzfläche auch bei Dachflächenfenstern und auch die Nutzfläche der Solarpaneele reduziert sich erheblich.
Nach Anbringen der Halterungen vor Aufbringen der Solarpaneele ist die Abdichtung in der Unterspannbahn zu prüfen und gegebenenfalls entsprechend nachzudichten oder mit Dichtmanschetten zu arbeiten, da ansonsten aus der Erfahrung des Unterzeichnenden heraus, ein Regenwassereintritt erfolgen kann.
Sprechen Sie die ausführende Firma an, wie diese vorgenannten Punkte gelöst werden können; ansonsten kann ein gut gemeintes Energiekonzept zur baulichen Katastrophe führen!
Schimmel in Innenräumen
Schimmel ist in Innenräumen ein häufiges Problem und kann sowohl die Struktur des Gebäudes als auch die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen.
Fünf der gefährlichsten Schimmelarten sind:
Stachybotrys chartarum (auch bekannt als „Schwarzer Schimmel“)
Aspergillus fumigatus
Penicillium marneffei
Chaetomium globosum
Fusarium solani
Diese Schimmelarten können zu allergischen Reaktionen, Atemwegsproblemen und anderen Gesundheitsproblemen führen.
Es ist wichtig, Schimmel in Innenräumen so schnell wie möglich zu beseitigen. Dazu gehört auch die Ursachenermittlung des Schimmelbefalls.
Zunächst ist es bei Verdacht auf Schimmelpilzbelastung erforderlich, Raumluftmessungen durchzuführen.
Wenn Art und Ausmaß des Schimmelbefalls bekannt sind, ist es notwendig, dass durch einen Bausachverständigen mit Erfahrung in der Schimmelanalytik und Schimmelsanierung ein Sanierungskonzept erstellt wird.
Verklebungen im Bauwesen
Verklebungen im Bauwesen sind allgegenwärtig. Gerade bei Verklebungen zur Luftdichtigkeit in der Gebäudehülle wird leider nicht immer fachgerecht und mit zufriedenstellenden Resultaten reagiert.
Die kurze Bauzeit und die Trockenbauweise sowie die Luftdichtigkeit erfordern immer mehr Verklebungen.
Es ist zu beachten, dass nur Klebebänder, die nach DIN 4108/7 zugelassen sind, verwendet werden.
Bei Verklebungen ist darauf zu achten, dass staubfrei verklebt wird, auch bei Mauerwerkanschlüssen. Weiter ist zu beachten, dass das Mauerwerk nicht sandet und bei Anschlüssen zu Holzbauteilen diese nicht lackiert oder beschichtet sind. In diesem Fall muss die Abrissfähigkeit des Baumaterials vorher geprüft werden.
Das Verkleben gewährleistet nicht nur die tatsächliche Haltbarkeit während des Bauzustandes. Das Material darf keine Alterungserscheinungen in der Klebverbindung aufweisen und muss auch wechselnden Lasten – Zug, Spannung, Temperatur – standhalten.
Nach Norm geprüfte Klebebänder sind, sind auf dem Prüfstand auf die vorgenannten Kriterien wie Halterung, Zugfestigkeit und Klebehaftung geprüft worden. Aber es ist zu beachten, dass auch die baulichen Verhältnisse wie Untergrund etc. wichtige Kriterien für die Langlebigkeit sind.
Eine gelöste Verklebung im Dachbereich kann bauphysikalische Ursachen haben und letztlich auch zu Feuchtigkeit führen.
Es sollten wasserfeste Kleber im Bauwesen eingesetzt werden.
Gerade bei Gebäuden in Massivbauweise macht sich teilweise erst nach Jahren bemerkbar, wenn die Verklebung nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat.
Radon – Die Gefahr im Bauwesen
Was ist Radon?
Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Gas, das aus dem radioaktiven Zerfall von Uran im Boden und im Gestein entsteht.
Das Gas ist geruchs-, farb- und geschmacklos und somit schwierig zu erkennen. Nur eine Radonmessung gibt eine klare Information.
Radon kann sich in geschlossenen Räumen (Kellern etc.) ansammeln und zu gesundheitlichen Problemen führen.
Eine der Haupt-Gesundheitsrisiken von Radongas ist z. B. Lungenkrebs. Lungenkrebs durch Radon ist die zweithäufigste Ursache nach dem Rauchen.
Wo tritt Radon in Gebäuden auf?
Meist tritt Radon in tieferliegenden Räumlichkeiten wie Kellern, Lagerräume etc. auf. Radon kann bei jedem Haustyp auftreten.
Was ist zu tun?
Bei Neubauten ist eine Radonabdichtung im Bereich der Fundamente und der Bodenplatte sowie den Wandschlüssen im Keller zu planen und auszuführen.
Bei Altbauten ist es erforderlich, dass eine Radonmessung durchgeführt wird. Sollte eine Radonbelastung vorhanden sein, so kann durch Abdichtung der Fuge zwischen Bodenplatte und Wand Abhilfe geschaffen werden; jedoch ist zusätzlich zu empfehlen, in diesen Räumen eine technische Belüftung einrichten, damit es zu keiner Anreicherung von Radongas in der Raumluft kommt.
Prüfen Sie Ihr Bestandsobjekt auf Radongas!
Die Verteilung von Radongas in Deutschland ist auf der Radonkarte des Bundesumweltministeriums ersichtlich; dort sind die höchsten Wahrscheinlichkeiten von Radon verzeichnet.
Wärmedämmverbundsysteme (WDVS-Dämmsysteme) – Details sind das Risiko
Bei WDVS-Dämmsystemen sind die Detailanschlüsse das Risiko; in der Folge können hier Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden entstehen.
Beispiel: Fensteranschlüsse
Fensteranschlüsse müssen 30mm auf dem Blendrahmen des Fensters gedämmt sein,
nicht auf die Rollladenführungsschiene.
Rollladenführungsschienen sind entsprechend einzurücken, falls dies erforderlich ist.

Man beachte auch hier die DIN 4108 Beiblatt 2.
Aus meiner Erfahrung entstehen große Bauschadensfolgen für Feuchtigkeit und Schimmelbildung nach einer Sanierung bzw. im Neubau wegen mangelhafter Überdeckung.
Dies ist ein Baumangel.
Details beim Bodenabschluss:
Der Abschluss des Wärmedämmverbundsystems zum Erdreich ist abzuschrägen, da ansonsten durch das absinkende Erdreich die Dämmkanten abreißen können und Feuchtigkeit eindringen könnte.
Die abgeschrägten Kanten sind mit Schlämme entsprechen abzudichten.

Brand-Gefährdungs-Risiko Gebäudesockel
Der Gebäudesockel ist aufgrund fahrlässiger Brandstiftungen oder auch unachtsam entsorgter Zigarettenreste besonders brandgefährdet. Im Sockelbereich sammelt sich oft Unkraut und trockenes Gras beziehungsweise eventuell auch leicht entzündliches Gut wie Sperrmüll, welches am Haus gelagert wird.
Diese Gefahren sollten bei der Gebäudeplanung beziehungsweise der Planung des WDVS-Systems (Wämedämmverbund-Systems) beachtet werden.
Seit dem Jahr 2016 gelten für WDVS-Fassaden erweiterte Brandschutzregeln, die auch das Sockelbrandrisiko stärker in den Fokus rücken. Dies erfordert unter anderem zusätzliche Maßnahme wie den Einbau von Brandregeln. In der Landesbauordnung sind je nach Bundesland nicht brennbare Dämmstofflösungen für die Außenwandverkleidung im Gebäudesockel vorgesehen.
Achten Sie beim Brandschutz nicht nur auf die Fassade, sondern auch auf brandgefährdende Teile am Sockel.
Eine Minimierung des Risikos kann mit verschiedenen Materialien, z. B. mineralische Fassadensysteme oder Schaumglas, erreicht werden.
