Bausachverständiger & Fachjournalist

Feuchtigkeitsmessungen in Bauobjekten nur mit dem richtigen Messgerät möglich!

Oft wird bei Feuchtigkeitsmessungen insbesondere, wenn eine Tiefenfeuchtigkeit vermutet wird, das falsche Messgerät verwendet z. B. ein Kugelkopf-Messgerät.

Ein Kugelkopf-Messgerät ist im Handel und im Internet käuflich frei zu erwerben.

Dieses Messgerät ist nicht kalibrierbar und verfügt somit nachweislich nicht über den aktuellen Stand der Technik. Unabhängig davon ist das Messgerät nicht geeignet ein Tiefenfeuchtigkeit festzustellen. Es handelt sich bei einem Kugelkopfmessgerät um ein Messgerät, welches einen Impuls frei in die Wand in einer Tiefe bis maximal 40mm gibt.

Resultierend daraus wird auf dem Gerät eine Zahl angezeigt bei dem es sich um einen Wert in Digits handelt. Digits in ein dimensionsloser Skalenwert, welchen man bei Messgeräten hilfsweise verwendet.

Bei einer Eindringtiefe des Kugelkopf-Messgerätes von maximal 40mm kann keine Beurteilung über die Feuchtigkeit in der Wand abgegeben werden. Dieser Kugelkopf ist nur dafür geeignet, um auf einer Wandfläche Messungen an verschiedenen Punkten durchzuführen, um festzustellen, wo es feuchter oder nicht so feucht ist. Ein effektiven Feuchtigkeitswert kann nicht festgestellt werden.

Da das Gerät auf der Basis von Widerstand arbeitet, muss der Gutachter bei der Messung vorher klären, welche Baustoffe verwendet wurden. Als Beispiel ist es bei einem normalen Ytong-Stein so, dass ein Wert von 40 Digits als feucht zu bezeichnen ist. Bei einem Bims-Stein wäre ein Wert von 50 Digits als feucht zu bezeichnen und bei einem Schwerbetonstein wäre ein Wert von 80 Digits als Feucht zu bezeichnen. Ist die Wand aus Beton wäre ein Wert von 100 Digits als feucht zu bezeichnen.

Um den Beweis zu führen, ob eine Tiefenfeuchtigkeit vorliegt, wäre das althergebrachte und seit Jahrzehnten bewährte Verfahren der Sonden-Bohrung an verschiedenen Stellen notwendig.

Mit einer Sonden-Bohrung kann eine Tiefenfeuchtigkeit gemessen werden. Mit dieser Messung kann man eine Aussage treffen, ob es sich um eine Feuchtigkeit durch Kondensatbildung (Nutzerverhalten, z. B. mangelndes Lüften/heizen) handelt oder um eine Bauteilfeuchte aufgrund eines Wasserschadens oder sonstiges eventuell von außen eindringendes Wasser, weil in der Tiefe mehrere Messungen durchgeführt werden.

Dieses seit Jahrzehnten bewährte Messverfahren hat jedoch das Risiko, dass Löcher gebohrt werden müssen, in die die Messsonde eingebaut wird. Durch das Bohren der Löcher wird das Umfeld des Materials warm und dadurch kann eventuell durch Verdunstung die Feuchtigkeit nicht mehr genau gemessen werden.

Alternativ und sicherer ist es mit moderner Messtechnik auf Mikrowellenbasis (seit ca. 5 bis 6 Jahren auf dem Markt) möglich, eine störungsfreie exakte Tiefenmessung durchzuführen sowie auch eine Flächenmessung zur Ermittlung, wie die sich die Feuchtigkeit auf der betroffenen Wandfläche verteilt.

Resultierend aus dieser Messung wird ein Computerbild erstellt – ähnlich einem CT – wobei im Schnitt der Wand die Feuchtigkeitstiefe festgestellt wird.

Weiter wird festgestellt, ob die Feuchtigkeit sukzessive von außen nach innen kommt oder ob die Feuchtigkeit von innen auf einer geringen Tiefe von bis zu 50mm vorhanden (Nutzerverhalten) ist.

Mit diesem Mikrowellenfeuchtigkeitsmessgerät, was zur standartgemäßen Ausstattung eines Bausachverständigen gehören sollte, kann definitiv mit verschiedenen Messköpfen mit verschiedenen Eindringtiefen (2cm, 15cm und 30cm) an den gleichen Messpunkten festgestellt werden, welche Feuchtigkeitswerte vorliegen. Hiermit kann definitiv eine Feuchtigkeitswanderung in der Wand ermittelt werden.

Die Messungen können variabel auf der gesamten Wand wiederholt werden – so dass über die anschließende Auswertung am Computer ein klares aussagefähiges Gesamtbild entsteht – auch unter Berücksichtigung des vorhandenen Baumaterials.

 

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